Geschichten, die das Leben
schreibt
Folge 1:

Artikel aus der MZ (Münstersche Zeitung) vom 10.10.03
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Folge 2:
JUGEND-SINFONIE-ORCHESTER TOURT DURCH IRLAND
Die Polizei, des jungen Musikers Freund
Genau genommen hatte sich das Jugend-Sinfonie-Orchester
(JSO) des Konservatoriums Bern im Hinblick auf seine gegenwärtig stattfindende
Irland-Tournee vor allem auf Ludwig van Beethoven, Rachmaninow, Chatschaturian
und Ginastera vorbereitet. Doch im Laufe der Tournee standen unverhofft nicht
nur die schönen Tonschöpfungen im Vordergrund, sondern die kriminalistische
Kleinarbeit der Inspektoren der Polizei von Cork, Irland. Dabei hatte alles
ganz reibungslos angefangen. Die jungen Berner Musiker waren zu Gast beim Youth
Orchestra of Cork und gaben ein bejubeltes Konzert im Auditorium der dortigen
Musikschule. Nach dem Applaus gings ans Packen. Die grösseren Instrumente
wurden im Bus verstaut, der Bus auf einem videobewachten Parkplatz geparkt.
Doch am nächsten Morgen war der Bus beschädigt, aufgebrochen. Und weil zwei der
wertvollen Instrumente fehlten, änderte sich schlagartig die Partitur: Fürs
Erste gab von da weg die Kriminalpolizeivon Cork den Takt an, sicherte Spuren,
fahndete nach den Dieben und vor allem nach den Instrumenten, zwei Violas. Die
beiden Besitzerinnen der Streichinstrumente blieben derweil in Tränen
aufgelöst. Werner Schmitt, Direktor der Musikschule Konservatorium Bern, zur
Gemütsverfassung vor Ort: «Es gibt eben neben dem Sachwert auch den emotionalen
Wert eines Instrumentes, und daher ist solch tiefe Trauer nicht verwunderlich.»
Der Tagesplan für die Weiterreise nach Kilkenny, dem nächsten Auftrittsort, war
längst komplett durcheinander geraten, die Stimmung blieb anhaltend gedrückt.
Schmitt: «Man äusserte gar die Sorge, dass die Instrumente in den nahe
gelegenen Fluss ,Lee‘ geworfen worden sein könnten.» Die polizeilichen
Untersuchungen nahmen ihren Lauf. Doch es blieb vorerst bei der Versicherung,
man werde alles tun, um die Instrumente zu finden. Schliesslich reiste das
Orchester weiter nach Kilkenny, wo das Konzert der jungen Musiker in der St.
Canice’s Cathedral – so Werner Schmitt – durch ein «berührend konzentriertes
Spiel» eine «besondere Stimmung» erhielt. Dann, am nächsten Tag, meldete sich
die Polizei aus Cork. Die Instrumente seien gefunden. Der Türhüter eines Pubs
habe sie auf die Spur geführt. Er habe beobachtet, wie Unbekannte «Gegenstände»
auf dem Dach eines Hauses versteckt hätten. Es waren die Instrumente, eines
davon freilich arg beschädigt. Die irische Polizei begnügte sich aber nicht mit
dem Fahndungserfolg: Sie erklärte sich bereit – quasi um das Bedauern der Stadt
Cork über den Zwischenfall noch zu unterstreichen –, die Instrumente persönlich
nach Kilkenny zu chauffieren, eine Fahrt von immerhin zwei Stunden. «Der Jubel
und die Erleichterung waren unbeschreiblich», sagt Schmitt, zumal der nächste wichtige Probetermin mit
dem Dublin Youth Orchestra bereits nahe gerückt war. Gegenwärtig ist das
Jugend-Sinfonie-Orchester unterwegs vom ruhigen Irland nach Nordirland, nach
Belfast, wo morgen in der Ulster Hall ganz ordnungsgemäss das letzte Konzert
der Tournee stattfindet. Die musikalische Erfahrungsreise mit polizeilichem
Support verlaufe jetzt also gut, gibt Schmitt aus Irland zu Protokoll. Auf
jeden Fall könne er den Eltern der jungen Musiker versichern, es gebe keinerlei
Grund, sich zu ängstigen: «Sie haben sich bisher sehr motiviert und
diszipliniert verhalten. » Und für dieses Wohlverhalten war bislang, ganz im
Gegensatz zur Instrumentensuche, keine polizeiliche Intervention nötig . . .
Marc Lettau
Mit freundlicher Genehmigung von: „Der Bund“ vom
8.10.2003
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Wiederholung einer schon bekannten Folge:

Herkunft
leider unbekannt, hing am Spind eines Kollegen
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Amalia
Aubert siegte mit einem Ersatzinstrument – und sucht weiter nach dem teuren
Original
Berlin 26.10.2004
Vor
einem Wettbewerb flattern die Nerven eines Musikers schon mal. Bei Amalia
Aubert war es schlimmer. „Völlig durcheinander“ trat sie im Finale des
renommierten Max-Rostal-Wettbewerbes auf, denn ihr wurde am Abend zuvor ihre
geliebte Bratsche gestohlen. Einfach weg, spurlos verschwunden aus dem Café.
Statt zu üben, saß die junge Frau bei der Polizei, um den Diebstahl zu melden.
Mit einem in aller Schnelle geliehenen Ersatzinstrument trat die 26-Jährige
dann in der Universität der Künste an – und gewann. Das Preisgeld beträgt 7000
Euro. Aber „dafür bekomme ich gerade mal einen Bogen“, sagte die Musikerin
gestern. Das Instrument, mit einem mit Brandstempel von Baumeister S.P.Greiner
unter der Nummer 181 gefertigt, hat einen Wert von 20 000 Euro, die drei Bögen
von Lamy, Salchow und Dörfler kosten zusammen weitere 21 000 Euro.
Im August erst hatte Amelia Aubert das Instrument bekommen, doch die Freude
währte nur kurz – bis zum 15. Oktober. Da saß sie mit ihren
Wettbewerbs-Konkurrenten in Mitte im Café Chagall, in den S-Bahn-Bögen an der
Friedrichstraße. Weil alle ihre Instrumente dabei hatten, war der Platz eng.
Amelia Aubert stellte ihren schwarzen Koffer etwas entfernt ab. Gegen
Mitternacht verließen alle Musiker das Café, auch die Bratschistin. Ihr
Instrument ließ sie stehen – wohl wegen des Lampenfiebers vor dem Wettbewerb.
Am nächsten Morgen war das Instrument verschwunden. Ein Schockfür die
Berlinerin, die hier und in Boston studiert hat.
Von der Bratsche fehlt jede Spur. Amelia Aubert klappert Flohmärkte ab, hat in
den Fachmedien wie „Vioworld“ Warnungen inseriert. Bislang vergeblich. Die
26-Jährige verspricht einen hohen Finderlohn. Ihr Traum wäre es, das Instrument
am 2. November wieder in Händen zu haben. Denn an diesem Tag fängt sie als
Bratschistin im Berliner Sinfonie-Orchester an. Wenige Tage später tritt sie erstmals
im Schauspielhaus öffentlich auf. Ha
Hinweise an Amalia Aubert unter 2064 8088 oder an die Polizei.